Geschichte

Die Geschichte des LSBR

Die Anfänge der Mitbestimmung (1953 – 1983)

Die Geschichte der Schüler-Mitbestimmung in Baden-Württemberg begann im Jahr 1953. Damals wurde in der Landesverfassung festgeschrieben, dass Jugendliche aktiv am Schulleben mitwirken dürfen. Im selben Jahr wurde beschlossen, dass an allen Schulen Schülervertretungen gewählt werden müssen. Allerdings hatten die Schüler damals noch wenig echte Macht. Sie übernahmen oft nur kleine Ordnungsaufgaben oder halfen bei sozialen Aktivitäten (wie Singen im Altenheim).

Im Jahr 1962 wurde das Fach Gemeinschaftskunde eingeführt, um das politische Wissen der Schüler zu stärken. Ein großer Schritt folgte 1976 mit der ersten SMV-Verordnung, die bis heute die Grundlage für die Schülerarbeit ist. Gleichzeitig wurden an den Schulen Schulkonferenzen eingerichtet. Dort treffen Lehrer, Eltern und Schüler seitdem gemeinsam Entscheidungen. Im Jahr 1983 wurden die Rechte der SMV dann auch fest im großen Schulgesetz verankert.

Die Gründung des Landesschülerbeirats (1993 – 2004)

Rund 40 Jahre nach den ersten Anfängen änderte sich die Politik entscheidend: Zum 1. August 1993 wurde der Landesschülerbeirat (LSBR) offiziell als eigenständige Vertretung für das ganze Bundesland gegründet. Im April 1994 nahm das Gremium mit 24 gewählten Mitgliedern seine Arbeit auf, um das Kultusministerium direkt zu beraten.

Seitdem hat der LSBR viele wichtige Erfolge für die Jugendlichen erzielt:

  • 1997 organisierte das Gremium den ersten Landesschülerkongress. Das ist bis heute das größte Treffen für Schülervertreter im ganzen Land.

  • 2004 half der LSBR dabei, die Bundesschülerkonferenz (BSK) für ganz Deutschland aufzubauen. Der damalige Chef des LSBR wurde sogar zum ersten Vorsitzenden dieser Deutschland-Gruppe gewählt.

Mehr Rechte und weniger Stress (2006 – Heute)

Auch direkt an den Schulen erkämpfte der LSBR immer mehr Rechte für die Jugendlichen:

  • Seit 2006 können Schülersprecher von allen Schülern einer Schule direkt gewählt werden.

  • Schuljahr 2014/15 (Großer Erfolg): Einführung der sogenannten Drittelparität. Das bedeutet: Schüler, Lehrer und Eltern haben in der Schulkonferenz genau gleich viele Stimmen und damit dieselbe Macht. Niemand kann die Schüler einfach überstimmen.

  • 2016 (Weniger Stress): Der LSBR setzte eine wichtige Regel in der Noten-Verordnung durch. Seitdem dürfen pro Woche im Normalfall höchstens drei Klassenarbeiten geschrieben werden.

  • Seit 2019 wird der freiwillige Einsatz in der SMV offiziell und ohne Wertung im Zeugnis gelobt. Das hilft Jugendlichen bei späteren Bewerbungen für den Beruf. Zudem vergibt der LSBR seit diesem Jahr ein eigenes Stipendium für besonders engagierte Schüler.