Die Problematik dieses Vorfalls besteht aus unserer Sicht nicht nur in der Kollektivierung einer Maßnahme und der damit verbundenen Bestrafung einer ganzen Gruppe für das Verhalten einer einzelnen Person, sondern auch in der grundsätzlichen Frage nach einem angemessenen pädagogischen Umgang mit solchen Situationen.
Die getroffene Maßnahme ist widerwärtig und missachtet die persönliche Würde und das Wohlbefinden der betroffenen Schüler vollständig. Gerade für einen Erstklässler ist eine solche Situation besonders belastend und beschämend. Pädagogisch angemessenes Handeln bedeutet in dieser Situation, die Würde und das Wohlbefinden aller Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen und eine angemessene, individuelle Lösung für den Vorfall zu finden.
„In solch einer Situation kann kein Lernen und keine Bildung mehr stattfinden und Schule wird zu einem Ort, an dem Kinder Angst haben.“ — Lina Sum, stellvertretende Pressesprecherin des LSBR
Beim falschen Umgang mit einer solchen Situation werden Vertrauen und Respekt der Schülerinnen und Schüler massiv verletzt. Vor allem in der Schule als geschütztem Lern- und Lebensraum wird das Wohlgefühl der Schülerinnen und Schüler nachhaltig beeinträchtigt. Ein solcher Umgang hat Auswirkungen auf die einzelnen Betroffenen, aber auch auf das gesamte Schulklima. Dabei muss die Schule ein Raum sein, in dem ein respektvoller und wertschätzender Umgang gewahrt wird, um das Lernen überhaupt zu ermöglichen.
„Ereignisse wie diese hinterlassen bei Schülerinnen und Schülern schon in jungen Jahren tiefe Spuren. Sie erschüttern das Vertrauen in die Schule als sicheren Ort und lassen bei Kindern das Gefühl entstehen, mit ihren Bedürfnissen, ihrer Würde und ihren persönlichen Grenzen nicht gesehen und nicht ernst genommen zu werden.“ — Lina Sum, stellvertretende Pressesprecherin des LSBR
Lehrkräfte müssen dringend mehr in Pädagogik geschult werden. Sie müssen reflektiert mit Vorfällen wie diesem umgehen. Dabei soll nicht das Geschehene im Vordergrund stehen, sondern der Umgang mit solchen schwierigen Situationen. Lehrkräfte können nicht auf alle Vorfälle vorbereitet sein oder immer ruhig mit diesen umgehen. Der Vorfall wirft aus unserer Sicht aber grundlegende Fragen hinsichtlich des pädagogischen Handelns und des Umgangs mit Schülerinnen und Schülern auf. Dabei ist uns wichtig, dass Schulen und das Land Pädagogik bei Lehrkräften dringend fördern müssen, um einen möglichst gelungenen Umgang zu ermöglichen und ihre Schülerinnen und Schüler zu schützen.
„Wir brauchen dringend mehr Pädagogik-Schulungen und Fortbildungen für Lehrkräfte, damit ein angemessener und respektvoller Umgang mit solchen Situationen an den Schulen unseres Landes sichergestellt wird. Klar ist: Dieser Vorfall ist lediglich die Spitze eines Eisbergs. Die Pädagogik in unseren Schulen ist quasi nicht existent.“ — Lina Sum, stellvertretende Pressesprecherin des LSBR
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