Kultusminister Jung will ein Konzept zur Stärkung von Medienkompetenz und Medienpädagogik entwickeln.
Für den Landesschülerbeirat ist dabei klar: Informatik und Medienbildung müssen ab der 1. Klasse verbindlich stattfinden – ehrlicherweise schon im Kindergarten.
„Schüler sitzen ja nicht erst ab der 5. Klasse vor einem Handy. Das war vor zehn Jahren schon Realität – heute erst recht. Medienbildung gehört ab der 1. Klasse in die Schule, eigentlich schon in den Kindergarten. Alles andere lässt uns im Stich.“ – Johannes Stahl, Vorsitzender des LSBR
Der LSBR muss über den Bildungsplan des neuen Schulfachs Informatik und Medienbildung maßgeblich mitentscheiden. Wenn Schüler selbst nicht eingebunden werden, kann die Medienbildung die tatsächliche Lebensrealität von Schülern nie abbilden.
„Wir wissen selber, dass Social Media mit das Schlimmste in unserem Leben ist. Wir brauchen keine Politiker, die uns erklären, wie unsere eigene Lebensrealität funktioniert. Wir brauchen Politiker, die mutig genug sind, unser Leben mit uns zu verbessern. Wer funktionierende Medienbildung aufbauen will, muss als Erstes mit uns Schülern reden.“ – Johannes Stahl, Vorsitzender des LSBR
Für den Landesschülerbeirat liegt das Kernproblem sozialer Medien bei Plattformen, deren Geschäftsmodell darauf ausgerichtet ist, möglichst viel Aufmerksamkeit zu binden.
Altersbeschränkungen sind dabei keine Lösung. Alter schützt nicht vor problematischem Konsum. Entscheidend sind Prävention, Aufklärung und eine wirksame Regulierung der Anbieter, die daran verdienen.
„Wenn die Antwort auf süchtig machende Algorithmen lautet, dass Jugendliche ein paar Jahre später damit anfangen sollen, ist das so überzeugend wie zu behaupten, Altersgrenzen hätten den Alkoholismus abgeschafft. Mit 15 super schutzbedürftig, mit 16 aber plötzlich gegen alles gewappnet? So simpel funktioniert der Umgang mit sozialen Medien nicht.“ – David Glänzel, Vorstandsmitglied des LSBR
Es kann nicht sein, dass Plattformen ihr Geld mit möglichst süchtig machenden Algorithmen verdienen. Abhängigkeit und exzessive Nutzung zu fördern, darf keinen Profit bedeuten, sondern muss politische Konsequenzen hervorrufen.
Die Landesregierung darf sich hier nicht wegducken. Wer es mit dem Schutz von Kindern und Jugendlichen ernst meint, kann dafür sorgen, dass die Plattformen in die Verantwortung gezogen werden. Deshalb muss sich die Landesregierung auf Bundesebene für harte Regeln einsetzen.
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