„Die Politik muss anfangen, junge Menschen systematisch in die Mitte des Diskurses zu rücken"

Gemeinsame Pressemitteilung zur Preiserhöhung des Deutschlandtickets

Landesschülerbeirat Presse |
Jugendliche sind in besonderer Weise auf den ÖPNV angewiesen, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Minderjährige dürfen oft noch nicht Auto fahren, und die, die es dürfen, können es sich nicht immer leisten.
grundsatzprogramm

Stuttgart, den 23. September 2025 PM |
Sehr geehrte Damen und Herren,

die Entscheidung der Verkehrsministerkonferenz ist ein Schlag ins Gesicht für Jugendliche in
ganz Deutschland. Die erneute Preiserhöhung des Deutschlandtickets ab 2026 ist für uns als
Jugendvertretungen Baden-Württembergs inakzeptabel. Statt Chancen und Mobilität zu
schaffen, werden Jugendliche einmal mehr im Stich gelassen.

Jugendliche sind in besonderer Weise auf den ÖPNV angewiesen, um am gesellschaftlichen
Leben teilnehmen zu können. Minderjährige dürfen oft noch nicht Auto fahren, und die, die
es dürfen, können es sich nicht immer leisten.

Zudem bedeutet bezahlbarer ÖPNV auch einen wichtigen Schritt in Richtung Klimaziele.
Besonders wir jungen Menschen werden am meisten unter den Folgen der Klimakrise
leiden.

„Wir Jugendlichen setzen uns entschieden für einen starken und bezahlbaren öffentlichen
Nahverkehr ein – denn unsere Zukunft steht auf dem Spiel. Die Verkehrswende darf nicht
weiter aufgeschoben werden. Es ist unsere Generation, die die Folgen der Klimakrise am
härtesten spüren wird. Deshalb fordern wir von der Politik: Schluss mit leeren Versprechen –
sorgt endlich für flächendeckende, klimafreundliche und bezahlbare Mobilitätsangebote für
alle!“, so Elif Karayagiz, die Vorsitzende für Externes beim Dachverband der
Jugendgemeinderäte.

Das „D-Ticket JugendBW“ war ein wichtiger Schritt zur Entlastung der Jugend. Doch jede
weitere Preiserhöhung ist für uns nicht akzeptabel. Wir fordern die Landesregierung auf, den
Preis bei 39,42 Euro zu sichern und langfristig zum 365-Euro-Jugendticket zurückzukehren.
Trotzdem ist für uns das letzte Ziel klar: kostenloser ÖPNV für alle jungen Menschen. Denn es
kann nicht sein, dass der jungen Generation Faulheit und mangelndes Interesse
vorgeworfen wird, wenn uns bei so grundlegenden Sachen wie Verkehrsgerechtigkeit Steine
in den Weg gelegt werden.

„Natürlich wissen wir, dass Geld knapp ist, aber es kann nicht sein, dass, wenn gespart
werden muss, der Rotstift bei uns angesetzt wird. Wir wollen mitmachen, wir wollen dabei
sein. Dafür brauchen wir zum Beispiel bezahlbaren ÖPNV und eine Politik, die
kompromisslos hinter der jungen Generation steht“, fordert Noah Hermanns vom
Landesjugendbeirat.

Wer von Verkehrswende spricht und gleichzeitig die Ticketpreise erhöht, verspielt
Glaubwürdigkeit und das Vertrauen junger Menschen in die Politik. Besonders der Bruch des
Koalitionsversprechens, den Preis des D-Tickets bis 2029 einzufrieren, verschärft die
gesellschaftliche Vertrauenskrise.

Eine monatliche Ausgabenerhöhung von nur wenigen Euro trifft viele Jugendliche im Alltag
schwer. Doch die Symbolkraft und das politische Zeichen, das die Politik heute an die jungen
Menschen gesendet hat, wiegen noch weitaus schwerer.

„Wir werden bei der Wehrpflicht nicht gefragt, unsere Sorgen beim Klimawandel werden
nicht ernst genommen, in der Corona-Zeit haben wir für alle zurückgesteckt und auf Bildung
verzichtet – es ist schlicht und ergreifend ungerecht und auch ein bisschen frech, uns jetzt
durch die Preiserhöhung gesellschaftliche Teilhabe zu erschweren“, so der Vorsitzende des
Landesschülerbeirates, Joshua Meisel.

Es ist ein langfristig folgenschwerer Fehler, der die bereits stattfindende Frustration und die
mit ihr einhergehende politische Bewegung breiter Teile der Jugend – weg aus der
politischen Mitte und hin zu radikalen und extremistischen Kräften – weiter befeuert.
„Die Politik muss anfangen, junge Menschen systematisch in die Mitte des Diskurses zu
rücken – wir sind Teil der Zukunft. Wer uns ernst nimmt, darf unsere Mobilität nicht durch
Preiserhöhungen einschränken“, erklärt Abdirahman Ahmed, der Vorsitzende des
Landesjugendbeirats.

Wir fordern daher:
- Von den Ländern im Bundesrat, der Preiserhöhung nicht zuzustimmen und damit ein
sichtbares Zeichen für die Jugend zu setzen,
- von der Bundesregierung und den Ländern, die nötige Finanzierung bereitzustellen, um
die Preissteigerung zu stoppen,
- von der Landesregierung, das D-Ticket JugendBW mindestens beim aktuellen Preis vom
Januar 2025 zu halten oder bestenfalls zum 365-Euro-Ticket zurückzukehren,
- von der Bundesregierung und den Ländern, perspektivisch einen kostenlosen ÖPNV für
alle jungen Menschen einzuführen, um echte Chancengerechtigkeit und nachhaltige
Mobilität zu sichern.

Mit freundlichen Grüßen
der Landesschülerbeirat,
der Landesjugendbeirat und
der Dachverband der Jugendgemeinderäte
von Baden-Württemberg.

Gemeinsame PM zur Preiserhöhung des D-Tickets vom LSBR, LJB und DVJGR - Download

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Gemeinsame Pressemitteilung zur Preiserhöhung des Deutschlandtickets

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