
Temperaturen von deutlich über 35 Grad machen den Unterricht in den Schulen in Baden-Württemberg zur enormen Belastungsprobe. Extreme Temperaturen beeinträchtigen nicht nur die kognitiven Fähigkeiten, sondern stellen auch ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko dar.
Die derzeitigen Regelungen des Landes sind nicht ausreichend. Wir befürworten den Vorstoß des Kultusministers, eine einheitliche und verlässliche Struktur zu schaffen. Entscheidend ist jedoch, dass diese Regelungen für alle Schularten gelten. Dazu zählen neben Grund- und weiterführenden Schulen auch:
Berufsschulen & berufliche Gymnasien
Ganztagesschulen
Schulen in freier Trägerschaft
„Ein Blick nach Frankreich zeigt, wohin diese Entwicklung führen kann: Dort sitzen Schüler:innen bei 40 Grad im Schatten im Unterricht. Der Zeitpunkt zu handeln ist jetzt! Eine einheitliche Hitzefreiregelung ist notwendig, aber nur eine temporäre Lösung. Was wir perspektivisch brauchen, sind massive Investitionen im Bereich der Schulsanierungen. Schulen müssen nachhaltig neu gedacht werden. Die Kosten einer solchen energetischen Sanierung dürfen aber auf keinen Fall allein den ohnehin überforderten Kommunen aufgebürdet werden.“
– Simon Stier, stellvertretender Vorsitzende des Landesschülerbeirats
Verbesserungen können hierbei sogar schon durch ausreichend Wasserspender, bessere Isolierung und durch Aufbereitung schattenbringender Grünanlagen erzielt werden.
Wenn der Unterricht aufgrund extremer Hitze ausfällt, muss für Schüler:innen, insbesondere der Primarstufe, eine weiterhin verlässliche und planbare Betreuung gewährleistet werden. Der LSBR befürwortet eine Verkürzung der regulären Unterrichtszeit auf beispielsweise 35 Minuten. Wir betonen aber, dass auch hier eine schulartübergreifende Regelung auch für die gymnasialen Oberstufen gelten muss.
Für eine evidenzbasierte Entscheidung sollte allein die im Klassenraum gemessene Temperatur entscheidend sein. Wir halten dabei die vorgeschlagene Temperatur von maximal 30 Grad für zu weit gefasst. Eine Höchsttemperatur von 25 Grad halten wir hingegen für angemessen.
Die aktuell anhaltende Hitzewelle macht deutlich, dass die Auswirkungen des Klimawandels längst im Schulalltag angekommen sind. Während Beschäftigte durch den Arbeitsschutz vor extremer Hitze geschützt werden, fehlt für Schüler:innen bis heute eine vergleichbar verbindliche Regelung.
Klar ist: Gesunde Lernbedingungen dürfen keine Frage der kommunalen Geldbeutel und der Außentemperaturen sein!
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