Landesschülerbeirat fordert tiefgründigere Konzepte

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Die Coronakrise zeigte, dass viele Schülerinnen und Schüler auf Grund mangelnder technischer Ausstattung zu Hause Schwierigkeiten haben, die Online Lehr- und Lernangebote ausreichend zu nutzen. Der Landesschülerbeirat begrüßt sehr, dass der Benachteiligung dieser Kinder und Jugendlichen nun mit dem Sofort-ausstattungsprogramm entgegengewirkt wird.

„Digitale Endgeräte für Schülerinnen und Schüler sowie die Ausstattung mit entsprechender Software sind ein wichtiger Schritt für die Chancengerechtigkeit.“, so David Jung, Vorsitzender des 14. Landesschülerbeirats Baden-Württemberg.

„Digitale Endgeräte alleine machen unsere Unterrichtsstruktur nicht besser und müssen deshalb zwingend mit entsprechenden Konzepten einhergehen.“, betont David Jung. Lehrkräfte müssen auch wissen, wie sie bestehende Möglichkeiten sinnvoll nutzen und sich in Programmen zurechtfinden. Hier fordert das Gremium noch vielfältigere und leicht zugängliche Fortbildungsmöglichkeiten. Zusätzlich sollten auch Lehrerinnen und Lehrer mit digitalen Endgeräten ausgestattet werden. Momentan ist das nicht immer selbstverständlich.

Eine einmalige Bereitstellung der Geräte genügt allerdings hinsichtlich der nachhaltigen Nutzung nicht. Die Wartung der Geräte bereitet bereits jetzt große Probleme. Die Schulen benötigen dringend Unterstützung in den Bereichen „Technischer Support“ und Wartung. Der Landesschülerbeirat sieht die digitale Infrastruktur an vielen Schulen in Baden-Württemberg als ungenügend an. Hier muss zwingend nachgebessert und investiert werden.

„Selbst das beste und neuste digitale Endgerät, kann in einer Schule ohne Internetverbindung nicht richtig genutzt werden.“, betont David Jung.

Der Landesschülerbeirat appelliert zudem, dass es nicht genügt, die Coronakrise durch die Anschaffung digitaler Endgeräte zu lösen. Die digitalen Endgeräte sind nicht die alleinige Lösung für alle Probleme, die durch das notwendige Ausweichen auf Fernunterricht entstanden sind. Es wird weiterhin Benachteiligung geben, beispielsweise durch mangelnde Räumlichkeiten bei den Kindern und Jugendlichen zu Hause, oder durch Hilfestellung, die teilweise von den Eltern auf Grund fehlender Kenntnisse nicht erbracht werden kann.

Zwar sieht der Landesschülerbeirat die bisherigen und geplanten Investitionen als wichtige Schritte in die richtige Richtung, allerdings gilt es, sich nicht auf dem Sofortausstattungsprogramm auszuruhen, besonders Chancenungerechtigkeit und fehlender Infrastruktur entgegenzuwirken.